Hervé mag den Trubel nicht, für ihn ein guter Grund um von Mangarewa nach Taravai überzusiedeln. Trubel sucht unsereins allerdings auch bereits in Mangarewa vergeblich. Die etwa 1000 Einwohner auf dem zu den Gambier Islands zählenden Inselarchipel verteilen sich auf fast 30 qkm. Die Inselhauptstadt Rikitea hat ein Gebäude für die Verwaltung,eines für die medizinische Versorgung, 3 kleine Läden für die täglichen Einkäufe, einen Schalter der Air Tahiti Fluggesellschaft, eine respektable Hafenanlage und eine noch respektablere Kirche. Da kann man nur selten von Trubel sprechen, selbst wenn das Boot der Gemeinde mit den maximal 60 Passagieren vom Flughafen-Motu Totegegie in Rikitea einläuft, ist der gesamte Trubel in 5-10 Minuten auch schon wieder vorbei.
Diesmal hat uns nicht unsere Wirtin Marie selber abgeholt, sondern Heri, raspelkurze Haare mit einem kecken Zopf quer über die Stirn von links nach rechts, setzt sie sich barfuß hinter das Steuer des Pickups, auf dessen Ladefläche unser Gepäck landet. Ihren Auftrag „die Brüder“ abzuholen hat sie erfüllt, wenn auch etwas verwirrt, da sie Ordensbrüder erwartet hatte.
Ein Geistlicher war auch an Bord des Flugzeuges, wohl um am Sonntag einer großen Tauffeier beizuwohnen. Das ist dann der einzige Zeitpunkt mit richtig Trubel: Der Sonntagsgottesdienst in der großen Kathedrale.
Auf Taravai gibt es die Kirche des Heiligen Gabriel, aber die hat auch bereits bessere Tage gesehen. Im Nachbargebäude hängt noch ein Bild Woytillas, Papst Johannes Paul I. Ein verlassener Schaukelstuhl und eine unechte Blumenkette als einziger Farbklecks.